KURZ GESCROLLT.

Plattformen ändern sich ständig. Meistens leise, manchmal nervig und manchmal tatsächlich ziemlich praktisch. Instagram macht Profile flexibler, LinkedIn Beiträge gemeinsamer und Reichweite besser messbar. Wir haben für Euch sortiert, welche Updates einen zweiten Blick verdienen – und was Ihr daraus machen könnt.

Was sich bei Instagram und LinkedIn gerade tut – und was davon für Euch relevant ist

Nicht jede neue Funktion braucht sofort eine neue Strategie. Manche Änderungen sind aber nützlich, weil sie den ersten Eindruck verbessern, Reichweite besser einordnen oder die Qualität von Inhalten wieder stärker in den Mittelpunkt rücken.

Also: Was ist neu?

Instagram: Lasst das Raster tanzen!

Instagram-Profile müssen nicht mehr streng chronologisch bleiben. Beiträge können im
Grid neu angeordnet werden – ohne sie zu löschen oder neu zu posten.

Das klingt erst mal nach kleiner Aufräumfunktion. Eigentlich ist es aber eine neue Möglichkeit, den ersten Eindruck bewusster zu gestalten. Welche Stimmung entsteht, wenn jemand auf das Profil kommt? Welche
Bilder stehen nebeneinander? Welche Farben, Themen oder Formate prägen den Blick? Das Grid wird damit weniger Zufall und mehr kuratierte Fläche.

Mockup eines Handys, in dem gezeigt wird, wie man das Instagram-Raster nun individuell anpassen kann.

Unser Take

Euer Profil muss nicht wie ein perfekt geplantes Poster aussehen. Aber es sollte bewusst wirken.

Schaut kurz drauf:

  • Wird schnell klar, worum es bei Euch geht?
  • Gibt es Beiträge, die im Grid besser nebeneinander passen würden?

Mehr Kachelkunst braucht es nicht.

Instagram: Pimp your visual

Auch die Darstellung einzelner Beiträge im Raster lässt sich anpassen. Wird ein Gesicht, eine Maschine, ein Produktdetail oder eine Textzeile in der Vorschau ungünstig abgeschnitten, könnt Ihr den sichtbaren Bereich gezielter ausrichten.

Der eigentliche Beitrag verändert sich dadurch nicht. Aber die Vorschau kann deutlich besser funktionieren. Gerade im kleinen Format entscheidet der Ausschnitt darüber, ob ein Motiv verständlich bleibt und neugierig macht.

Mockup, das die neue Instagram-Funktion zur Anpassung des Bildausschitts zeigt

Euer kurzer Profilcheck

Prüft bei den wichtigsten Beiträgen:

  • Sitzt das zentrale Motiv richtig?
  • Sind Text-Cover auch klein noch lesbar?
  • Wird ein Gesicht oder Produkt ungünstig angeschnitten?
  • Zeigt die Vorschau genug, um zum Öffnen des Beitrags einzuladen?

Instagram nimmt Euch damit ein Stück weniger Kontrolle über den ersten Eindruck ab. Nutzen müsst Ihr sie nur noch.

LinkedIn: Läuft der Beitrag – oder nur die eigene Bubble?

Viele Impressionen sehen gut aus. Sie sagen aber noch nicht, wen ein Beitrag tatsächlich erreicht hat.

LinkedIn schlüsselt Reichweite genauer auf und unterscheidet zwischen Kontakten innerhalb und außerhalb des eigenen Netzwerks. Dadurch wird sichtbarer, ob ein Beitrag hauptsächlich bei Mitarbeitenden, bekannten Kontakten und bestehenden Partnern läuft – oder auch neue Menschen erreicht.

Das ist besonders für Vertrieb, Recruiting und fachliche Sichtbarkeit interessant.

Ein Einblick aus dem Unternehmen darf ruhig vor allem im bestehenden Netzwerk funktionieren. Ein Fachbeitrag, mit dem Ihr neue Entscheider erreichen wollt, sollte dagegen auch außerhalb Eurer Bubble ankommen.

Beispiel-Mockup zur Illustrierung der neuen Analytics von LinkedIn

Unser Take

Bewertet Reichweite nicht nur nach Größe, sondern nach Aufgabe. Die wichtigere Frage lautet nicht immer: Wie viele Menschen haben den Beitrag gesehen?

Sondern: Waren es die richtigen?

Eine hohe Zahl ist schön. Eine hohe Zahl bei neuen, relevanten Kontakten ist meistens wertvoller.

LinkedIn: Bitte nicht noch ein KI-Post ohne Meinung

KI kann beim Schreiben helfen. Sie kann Gedanken sortieren, Texte kürzen und Formulierungen glätten. Was sie nicht ersetzen kann: Eure Erfahrung, Eure Beobachtung und Eure Haltung.

LinkedIn geht stärker gegen generische KI-Inhalte und automatisierte Kommentare vor. Nicht die Nutzung von KI ist dabei das Problem. Sondern Beiträge, die sauber klingen, aber keine erkennbare eigene Perspektive enthalten.

Man erkennt solche Inhalte meistens schnell: Alles ist korrekt formuliert, nichts ist wirklich falsch – und trotzdem bleibt nach dem Lesen kaum etwas hängen.

Spannender sind konkrete Erfahrungen:

  • Was habt Ihr aus einem Projekt gelernt?
  • Wo hat etwas anders funktioniert als erwartet?
  • Was würdet Ihr heute anders machen?
  • Welche Entwicklung seht Ihr in Eurer Branche?
  • Wo widersprecht Ihr der üblichen Meinung?

Das sind Gedanken, die nicht jedes beliebige Profil veröffentlichen kann.

Zwei Mockups von LinkedIn-Posts im Vergleich: generich und austauschbar vs. mit Erfahrung und Meinung

Unser Take

Für Unternehmen ist das eigentlich eine gute Nachricht. Denn Corporate Influencer leben
nicht von perfekt geglätteten Texten, sondern von echten Erfahrungen:

Was haben wir gelernt?
Was sehen wir anders?
Wo hakt es in der Praxis?
Was würden wir beim nächstenMal besser machen?

KI darf helfen, sie verständlich aufzuschreiben. Sie sollte nur nicht die Meinung erfinden, die im Beitrag fehlt.

Was bleibt hängen?

Instagram wird flexibler. LinkedIn wird messbarer und wählerischer. Ihr müsst deshalb nicht sofort alles umstellen. Ein kurzer Blick lohnt sich trotzdem:

  • Wirkt Euer Instagram-Profil bewusst?
  • Sitzen wichtige Motive in der Vorschau richtig?
  • Erreichen Eure LinkedIn-Beiträge neue relevante Menschen?
  • Haben Eure Inhalte eine erkennbare eigene Perspektive?

Neue Funktionen allein machen noch keinen guten Social-Media-Auftritt.

Gute Inhalte funktionieren, weil sie etwas zeigen, erklären oder erzählen, das für andere relevant ist.

Sara

Redaktionsleitung